IGM Expertisen:

Was zeichnet Radon aus?

Genaueres zu Radon

Was ist Radon?

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Radon ist ein radioaktives Edelgas und entsteht als Teil des Uranzerfalls. Uran ist praktisch überall im Untergrund vorhanden. Sobald Uran auf natürliche Weise zerfällt, bildet sich Radium, woraus Radon entsteht. 

Als Gas kann sich Radon im Boden weiterbewegen und an die Erdoberfläche gelangen. Sobald Radon an die freie Atmosphäre gelangt, verflüchtigt es sich sehr schnell, wodurch die sogenannten radioaktiven Radonfolgeprodukte Polonium, Blei und Wismuth entstehen können. 

Radon  kann man weder sehen, riechen noch schmecken. (1)

 

Wo ist Radon vorzufinden?

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Der Radongehalt in der Atmosphäre ist in weiten Teilen von der Beschaffenheit des Bodens abhängig. Je durchlässiger der Untergrund, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Radongas bis zu Erdoberfläche aufsteigt. So dringt Radon kaum durch dichte Tonschichten hindurch, dafür aber durch Gebiete mit feineren, sowie größeren Hohlräumen (wie zum Beispiel Spalten, Schutthalden oder Bergsturzgebieten) und Höhlensystemen. (2)

Radon kann sehr schnell vom Untergrund in die Innenraumluft von Gebäuden gelangen. Über undichte Stellen in Wänden (welche in Berührung mit der Erde stehen) kann Radon aus dem Baugrund in die Häuser eindringen und sich dort in der Innenraumluft ansammeln. In Innenräumen angelangt, lagert sich der Schadstoff in Gegenständen, Staubpartikeln und feinsten Schwebeteilchen an. (3)


Doch Radon gelingt nicht nur über den Untergrund in die Innenraumluft. In nahezu jedem Baumaterial aus natürlichen Gestein oder mineralischen Rohstoffen ist ein natürlicher Anteil an Uran und Radium enthalten. (4) (Besonders in uran- bzw. radiumhaltigem Gestein wie Tuffstein, Granit und Porphyr können vermehrt Radongas abgeben werden). Zerfallen Uran und Radium, entsteht bekannterweise Radon mit seinen Folgeprodukten. 
Dabei hängt die Menge an Radon, welche aus dem Baumaterial austritt, von der Beschaffenheit des Materials ab. Werden beispielsweise Ziegeln bei hoher Temperatur gebrannt, verschließen sich die Poren im Baumaterial, wodurch nur wenig Radon austreten kann. Bei ungebrannten bzw. zerklüfteten Material wie beispielsweise Lehmputz (5) ist damit zu rechnen, dass das Radongas durch die dort vorhandenen Hohlräume von Luftströmungen getragen wird, wodurch mehr Radon austritt. (6)

 

Grundsätzlich lässt sich allerdings festhalten, dass ein erhöhter Radonanteil in der Raumluft tendenziell eher weniger auf die Baumaterialien zurückzuführen ist. (7)

Wie gefährlich ist Radon?

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In Innenräumen lagert sich Radon mit seinen Tochterprodukten über die Jahre hinweg an. Die Belastung in Innenräumen kann dabei besonders hoch sein, wenn es sich um geschlossene Räumlichkeiten mit Erdkontakt und geringem Luftwechsel handelt. Tendenziell sind die Räumlichkeiten im Unter- und Erdgeschoss besonders betroffen. (8)


Die gesundheitliche Gefährdung geht dabei weniger vom Radongas selbst aus, da es meistens vom Menschen wieder ausgeatmet wird. Entscheidend ist der radioaktive Zerfall des Radons, wodurch radioaktive Stoffe entstehen, welche nicht mehr gasförmig sind. (9)

Diese lagern sich an winzige Staubpartikel in der Luft und gelangen so über das Einatmen in die Lunge. 

Sobald diese beim Einatmen in die Lunge gelangen, lagern sie sich auf dem Lungengewebe an, wodurch es zu einer ständigen Bestrahlung (vornehmlich im Bereich der Bronchien) kommt. Die von ihnen ausgehende Strahlung kann das Lungengewebe, insbesondere das Erbgut von Lungenzellen, so schädigen, dass dadurch Krebs entstehen kann. (10)


Radon ist, nach dem Rauchen, eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs. Etwa 5 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs in der Bevölkerung sind, nach aktuellen Erkenntnissen, auf Radon und seine Zerfallsprodukte in Gebäuden zurückzuführen. (11)

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Quellenverzeichnis

1. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg: Was ist Radon und wie wirkt es?
2. Bundesamt für Gesundheit BAG: Was ist Radon?
3. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg: Was ist Radon und wie wirkt es?
4. Bundesamt für Strahlenschutz: Radon in Baumaterialien
5. Ebd.
6. Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz: Was ist Radon?
7. Bundesamt für Strahlenschutz: Radon in Baumaterialien
8. Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz: Was ist Radon?
9. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden Württemberg: Was ist Radon und wie wirkt es?
10. Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz: Was ist Radon?
11. Bundesamt für Strahlenschutz: Radon in Baumaterialien

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