IGM Expertisen:

Was zeichnet PCP (Pentachlorphenol) aus?

Genaueres zu Pentachlorphenol

Was ist PCP?

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Pentachlorphenol ist eine synthetisch hergestellter, chlorierter und aromatischer Kohlenwasserstoff, welcher bei Umgebungstemperatur fest und gut fettlöslich ist (1) PCP wirkt als herbizid und algizid, aber vor allem als bakterizid und fungizid, weshalb es überwiegend zum Töten von Bakterien und Pilzen verwendet wird. (2)

Wegen seiner Toxizität und seiner weiten Verbreitung zählt Pentachlorphenol weltweit zu den bedeutendsten Umweltchemikalien. Aufgrund seiner niedrigen Wasserlöslichkeit und der geringen biologischen Abbaubarkeit ist PCP praktisch überall in der Umwelt enthalten. (3)

Wo befindet sich  PCP?

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Aufgrund seiner ausgeprägten bakteriziden und fungiziden Eigenschaften wurde Pentachlorphenol (bis zum Inkrafttreten der PCP Verbotsverordnung im Jahr 1989) überwiegend im Holz- und Bautenschutz verwendet (4). Allerdings wurde das Fungizid auch in anderen Verwendungsbereichen eingesetzt: 

 

▸ In der Schnittholzbehandlung

▸ In der Textil- und Lederimprägnierung (5)

▸ In Klebstoffen

▸ In Farben und Lacke (6) 

▸ In der Zellstoff-, Papier- und Pappeproduktion (7)

 

Aufgrund der damaligen Unkenntnis über die Gefährlichkeit von Pentachlorphenol wurden PCP Mengen im Kilogrammbereich in zahlreichen Kindertagesstätten, Schulen und vor allem privaten Wohnungen verbaut. Bis heute weisen Hölzer, welche mit dem Fungizid behandelt wurden, an ihrer Oberfläche eine PCP Konzentration von 1.000 Milligramm pro Kilogramm Holz auf. (8)

Wie gefährlich ist PCP?

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 Pentachlorphenol ist flüchtig und gast, ähnlich wie Formaldehyd, über Jahre hinweg aus. Dies geschieht allerdings sehr langsam, weshalb in belasteten Wohnräumen mit einer stetigen PCP Aufnahme zu rechnen ist. (9) Dabei hängt die Raumluftkonzentration sowohl von der Art und der Menge der PCP- haltigen Erzeugnisse, als auch von den Klimabedingungen des Raums ab. (10) 

 

Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Atemwege und Schleimhäute, als auch über die Haut und dem Magen Darm-Trakt. Im Körper reichert es sich unter anderem im Gehirn, in der Leber, in der Niere und im Fettgewebe an. (11) 

 

PCP greift unter anderem den Energiestoffwechsel der Zellen an. Bei einer akuten Vergiftung (oftmals ist auch von der sogenannten „Holzschutzmittelvergiftung“ die Rede) kann es zu fieberhaften Erkrankungen und einer Reizung der Schleimhäute kommen. Es entkoppelt außerdem die Atmungskette in den Mitochondrien der Zellen, was zu Blutdruckanstieg, Hyperglykämie, beschleunigter Atmung und zu Herzversagen führt. (12) Bei Arbeitern hingegen, welche PCP über einen längeren Zeitraum ausgesetzt waren, konnte man psychopathologische Störungen, Akne, Leberschäden, und chronische Bronchitis feststellen. (13) 

 

Die MAK Kommission (Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe) hat PCP als krebserzeugend eingestuft. (14) 

PCP als Belastung für die Umwelt

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 Nach einer Einschätzung des Umweltbundesamtes ist ein „ausreichender Schutz der Umwelt“ nur durch ein Verbot des Pentachlorphenol (wie es in der deutschen Pentachlorphenol Verordnung 1989 formuliert ist) gewährleistet. 

 

Dabei kommt das umweltmedizinisch größte Problem mit der Nutzung als Holz- und Bautenschutz, vor allem in der unkontrollierbaren Heimwerksanwendung von Privatpersonen. PCP wurde bis 1978 über mehrere Jahrzehnte als das am meisten verwendete Fungizid für Holzschutz verwendet. Die deutsche Industrienorm schrieb bei tragenden Holzkonstruktionen PCP als Holzschutzmittel vor (DIN 68800), weshalb Pentachlorphenol bei Häusern mit hohen Holzanteil in besonders großen Mengen vorzufinden ist. Dazu gehören beispielsweise Baracken, Hallen, Silos, Scheunen, Pavillons und Kindergärten. 

 

Bis heute werden in einigen Ländern wie den USA, Frankreich, Indien, Taiwan und der VR China weiterhin PCP haltige Waren produziert und verwendet. Durch den Import dieser PCP haltigen Produkte (darunter fallen unter anderem Leder und Textilien) ist eine wohnräumliche Belastung durch Pentachlorphenol weiterhin möglich. (15) 

 

 

 

 

Quellenverzeichnis

1.     www.naturfreunde.de: Die Defizite der aktuellen PCP-Richtlinie – und Lösungsvorschläge

2.     www.chemie.de: Pentachlorphenol 

3.     www.umweltbundesamt.de: PCP 

4.     www.Allum.com: Pentachlorphenol (PCP)

5.     www.gesundbauen.com: Pentachlorphenol (PCP)

6.     www.ust-schadstoff.de: Schadstoffe im Bauwesen, Holzschutzmittel, Pentachlorphenol  

7.     www.gesundbauen.com: Pentachlorphenol (PCP)

8.     www.Allum.com: Pentachlorphenol (PCP)

9.     Ebd.

10.  www.gewerbeaufsicht.baden-wuerttemberg.de:  Richtlinie für die Bewertung und Sanierung Pentachlorphenol               (PCP)-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden (PCP-Richtlinie) 

11.   www.ust-schadstoff.de: Schadstoffe im Bauwesen, Holzschutzmittel, Pentachlorphenol

12.   www.gesundbauen.com: Pentachlorphenol (PCP)

13.  Ebd.

14.  www.umweltbundesamt.de: PCP
15.  Ebd.